09.02.2016

Tolle Sache! PV-Anlage ohne Finanzamt


Die ersten Photovoltaik Anlagen wurden von motivierten Bürgern mit ökologischem Hintergrund installiert. Um den Bürgern den Bau von PV-Anlagen zu erleichtern wurde von Wolf von Fabeck (SFV), Ernst Schrimpff (Sonnenkraft Freising) u. a. die Idee der kostendeckenden Vergütung (kV) vorangetrieben. Ende 1993 wurde dann in Freising die erste PV-Anlage Deutschlands mit dem „Freisinger Solarpfennig“ realisiert. Die bundesweite Verbreitung des Konzept wurde dann erst im Jahr 2000 mit dem Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien durchgesetzt.
Der wirtschaftliche Faktor hat sich inzwischen verlagert. Durch die gewaltige Absenkung der Einspeisevergütung wurde dieser einerseits stark vermindert, doch durch den vorherrschenden Preisverfall von Modulen, Wechselrichtern und Speichern steigt er andererseits wieder an und Eigenverbrauch wird immer attraktiver. (Interssanter Artikel zu diesem Thema). Ausserdem geht es nicht mehr um EinNAHMEN aus Stromverkauf, sondern um EinSPARUNGEN aus vermiedenem Stromeinkauf. Die PV-Anlage auf dem Dach ist ein großer „wirtschaftlicher Faktor“ – wer heute keine PV-Anlage auf dem Dach hat, verschenkt bares Geld!
Teil der Motivation sollte auch heutzutage noch der ökologische Hintergrund sein und die wichtige Rolle, die jeder Einzelne spielen kann, um sich für den Klimaschutz und die Energiewende einzusetzen.
Heute möchte ich euch allen klare Fakten zum schnellen Verständnis liefern, da mir immer wieder auffällt, dass bei vielen die Entscheidung, eine PV-Anlage anzuschaffen an dem zukünftigen, komplizierten bürokratischen Aufwand und Kampf mit dem Finanzamt scheitert.
  1. Für 0,25 € kauft man heutzutage mehr oder weniger die kWh Strom ein.
    Für ca. 12 bis 15 Ct/kWh kann man den Strom selbst produzieren. Ein Teil des Stroms wird selbst verbraucht und spart Strombezugskosten im Wert von rund 25 Ct/kWh. D. h., der Eigenverbrauch ist wirtschaftlich interessant und spart richtig Geld. Insbesondere, wenn die Strompreise weiter kräftig steigen. Den Überschuss kann man ins Netz einspeisen und erhält dafür eine Vergütung von rund 12 Ct/kWh. Da ist nichts verdient, aber immerhin bezahlt sich die Anlage damit teilweise ab.
  2. Die Lieferung von Überschussstrom gegen EEG-Vergütung ist aus steuerlicher Sicht ein gewerblicher Verkauf. Möchte man die Mehrwertsteuer ziehen, muss man danach für mindestens 5 Jahre die Umsatzsteuer in der Steuererklärung deklarieren. Verzichtet man auf die Erstattung der Mehrwertsteuer, wird der Gewinn über die 20 Jahre bei einer kleinen Anlage um ca. € 1.000,- gemindert, jedoch ist man dann Kleinunternehmer womit die Deklaration der Umsatzsteuer in der Steuererklärung entfällt.
  3. Der Betrieb einer kleinen PV-Anlage (3-5 kWp) spart über 20 Jahre liegt bei ca. € 4.000,- 
  4. Durch die extremen Kürzungen der Einspeisevergütung ist ein kostendeckender Betrieb einer Photovoltaikanlage über diese Vergütungen nicht mehr möglich. 
  5. Wenn die zukünftige Photovoltaik Anlage in steuerlicher Hinsicht keinen „Total-„Gewinn erzielt, also nicht kostendeckend ist, fällt damit der Aufwand einer Steuererklärung im besten Fall ganz weg. Es macht Sinn bei der Anlage auf Qualität zu setzen und sie am besten gleich mit einem Speicher und Homemanager auszustatten. Dies erhöht die Investitionskosten und somit ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite, dass die Solarstromanlage nicht kostendeckend ist.
  6. Wichtig ist es auf gute Qualität und einwandfreie handwerkliche Arbeit des Installateurs Wert zu legen. Denn je länger eure Anlage gut funktioniert und Strom erzeugt, umso wirtschaftlicher wird das Projekt. Eine gute Anlage sollte locker 30-40 Jahre gute Erträge erzielen. 
  7. Die private Anlage macht Spaß, hilft Stromkosten sparen und schützt vor steigenden Stromkosten. Zudem ist jede Anlage ein wichtiger Teil für die Energiewende und für den Klimaschutz!
  8.  
Fazit: PV-Anlagen bis 10 kWp mit Eigenverbrauch sind in der Regel durch die Stromeinsparung finanziell höchst attraktiv. 
Los geht´s, machen wir unsere eigene Energiewende!


Beim Verein Sonnenkraft Freising könnt Ihr günstig ein Exceltool erwerben, welches euch zur PV-Anlage ohne Finanzamt sehr hilfreich sein kann. Mit Hilfe dieses Videos habe ich mir einige hilfreiche Details für diesen Artikel gesammelt.
Auf dem exklusiven Fragen & Antwortforum Experts findet Ihr viele interessante Beiträge, Fragen und Antworten rund um die perfekte Installation. Wenn die passende für euch nicht dabei ist, dann stellt einfach eure eigene Frage.
Ich hoffe wir konnten euch animieren und die scheinbar so komplizierte Sache leichter machen.